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ÜBERLIEFERT (Sagen) 
Der Werwolf von der Platte Heide.
Zwei Geschichten gibt es die über einen Werwolf berichten, der einstmals auf der Platte Heide sein Unwesen getrieben haben soll.
Der Werwolf soll ein böser, blutgieriger Mensch gewesen sein, der sich mal in einen Wolf, mal in ein Pferd aber auch in ein anderes Tier verwandeln konnte.
Er tauchte mal hier und mal dort auf und soll sein Unwesen sowohl an der Ruhr, als auch im Hönnetal getrieben haben.
Jahrelang ängstigte er die Leute, sprang sie von hinten an, hängte sich schwer auf ihre Schultern und ließ sich bis in die nächste Ortschaft schleppen um dann wieder zu verschwinden.

Der Werwolf und der Bauer.
Die erste Geschichte erzählt von einem Bauern aus Sümmern, der den Mendener Kornmarkt besucht und gute Geschäfte gemacht hatte. Er saß noch bis spät am Abend im Wirtshaus, bevor er sich mit seinem Wagen auf den Heimweg begab.
Nachdem er bereits einen Teil seines Heimweges hinter sich gebracht hatte, sah er etwas feuriges auf dem Wege liegen, und als er näherkommt, erkennt er den Werwolf. Die Pferde bäumten sich hoch empor.
Der Bauer aber fürchtete sich nicht, sprang vom Bock seines Wagens, er- griff seine lange Peitsche und schlug damit auf den Werwolf ein. Der setzte über den Graben am Wegesrand und verschwand in der Dunkelheit.
Im selben Augenblick warf sich mit lauten Geräuschen eine zentnerschwere, unsichtbare Last auf den leeren Wagen. Die Pferde waren nicht mehr imstande, den Wagen voran zu ziehen. Der Bauer fasste die Gäule beim Zaumzeug, streichelte und klopfte sie mit Freundlichkeit, um sie anzuspor- nen. Doch sooft auch die Pferde anzogen, der Wagen bewegte sich keinen Schritt von der Stelle. Den Bauern überlief es eiskalt.
Er spannte die Gäule aus, liess den Wagen stehen und eilte nach Hause.
Dicht vor Sümmern sah er, wie der Werwolf noch einmal über den Weg sprang und dann hinter einer Hecke verschwand.

Der Werwolf und der Jäger von Sümmern.
Diese Geschichte berichtet von einem jungen, unerschrockenem Jäger der auf Haus Sümmern diente.
Er soll bis spät Abends in einem Mendener Wirtshaus gesessen haben, be- vor er die Stadt in Richtung Sümmern verließ.
Am Stadttor wurde er noch von einem Wächter vor dem Werwolf gewarnt. Doch der Jäger zeigte lachend auf seine grosse Flinte und kümmerte sich nicht weiter um die Warnung des Wächters.
Als er die Platte Heide erreichte, bemerkte er plötzlich in der Dunkelheit ein herumlaufendes Pferd und ein Füllen. Ohne sich groß darum zu kümmern, marschierte er weiter. Da war es ihm, als ob aus einem Busch jemand ruft und ein Hund gar kläglich jault und winselt. Der Jäger blieb lauschend stehen, um diesen Spuk aufzuklären. Mit seinen scharfen Augen erblickte er plötzlich zwei seltsame, rote Punkte, die wie Feuerflammen aussahen. Er sprang auf diese Lichter zu. Im gleichen Augenblick sprang ihn der Werwolf hinterrücks an und blies ihm prustend und fauchend seinen stinkigen Atem in den Nacken.
Flugs drehte sich der Jäger um und legte die Büchse an. Aber der Schuss löste sich nicht. Mit festen Fäusten packte er nun die Waffe an den Lauf und schlug dem Unhold so gewaltig auf den Schädel, daß der Schaft zersplitterte. Der Werwolf ließ von ihm ab und war nichts mehr zu sehen.
Der Jägersmann ging siegesbewußt weiter auf Sümmern zu. Plötzlich ver- nahm er wieder dieses bedrohliche Fauchen, und schon wieder sprang ihm etwas ins Genick, hing sich schwer an seinen Rücken und umklammerte seinen Hals.
Was er erkannte waren zwei schwarze Pferdebeine. Er versuchte die Last abzuschütteln, doch wurde er das schwarze Füllen einfach nicht wieder los. Das Füllen, aus dessen zerschmettertem Schädel das Blut tropfte, versuch- te unter giftigen Knurren und Fauchen den Jäger zu erwürgen.
In seiner Not fiel dem Jäger sein Freund, der bärenstarke Schäfer von Haus Sümmern ein, der allerlei Zaubersprüche kannte. Der Jäger versuchte sich bis zu dem Karren des Schäfers zu schleppen. Er hörte bereits die blöken- den Schafe, als er plötzlich vor einem breiten und tiefem Wassergraben stand, den er hier nie zuvor gesehen hatte. Er versuchte um Hilfe zu rufen, bekam jedoch kein Wort heraus. Also schleppte er sich mit dem Untier auf dem Rücken weiter bis kurz vor Sümmern, wo unter einer uralten Eiche ein hohes Steinkreuz stand. Kaum hatte der Jäger diesen Platz erreicht, konnte er wieder frei durchatmen; das schwarze Füllen hatte ihn losgelassen und war unter Hohngelächter verschwunden.
Es graute bereits im Osten, als der Jäger schweissnaß und zitternd nach Hause kam.
Als der Herr von Haus Sümmern von diesem Vorfall erfuhr, ließ er einen Mann kommen, der Spuk und Hexerei besprechen konnte. Der lockte den Werwolf mit seinen Zaubersprüchen in eine Falle, von wo der Werwolf zer- schunden und geschlagen das Weite suchte und seitdem nicht mehr auf der Platte Heide gesehen wurde.


Eine Begebenheit aus dem Jahr 2004 möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. 
Während der Abbrucharbeiten an dem Haupthaus von Nieder- stadts Hof habe ich über die ge- samten Tage den Niedergang im Bild festgehalten.
Hierbei ist mir mehrmals eine schwarze Katze aufgefallen, die in den Abbruchtrümmern her- umstreunte.
Obwohl ich der Meinung war, die Katze bei dem ein oder an- deren Bild mit aufgenommen zu haben, habe ich sie auf keinem Foto wiedergefunden.
Am letzten Tag der Abbruchar- beiten fuhr ich anschließend über die Spessartstraße heim- wärts.
Mein Blick fiel auf den Wald- weg, der in Richtung evangeli- scher Friedhof führt.
Mit den mächtigen, frisch ge- schlagenen Baumstämmen am Wegesrand ein interessantes Fotomotiv, von dem ich rasch noch einige Aufnahmen machte. Erst am nächsten Tag, bei der Durchsicht der Fotos, entdeckte ich die schwarze Katze, die mich scheinbar bei den Aufnah- men beobachtet hatte.
Mir war die Katze beim fotogra- fieren, obwohl sie hoch oben auf den Baumstämmen sitzt, nicht aufgefallen.
Nachdem ich im Internet meh- rere Artikel über schwarze Katzen und dem mit ihnen ver- bundenen Aberglauben gelesen hatte, wurde mir doch etwas mulmig.
Den in einem der Artikel wird darüber berichtet, daß in frühe- ren Jahrhunderten schwarze Katzen bei lebendigem Leib mit in die Grundmauern neu erbau- ter Häuser eingemauert wurden.
So sollte das Haus vor allerlei Ungemach geschützt werden.
Sollte es auch bei Niederstadts Hof so gewesen sein und die Katze durch den Abbruch ihre Freiheit wiedererlangt und mich während der ganzen Zeit beobachtet haben?
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Landstreicher Duiwel.
Eine kleine Episode, die vor dem 1. Weltkrieg in der Brennerei am Stucken passierte, wird noch heute im Stadtteil erzählt.
Ein in der hiesigen Gegend bekannter Landstreicher mit dem Spitznamen Duiwel (Teufel) hatte wieder einmal zuviel von dem guten und recht preiswerten Kornbranntwein in sich hineingeschüttet.
Sternhagelvoll fiel er am Hellufer in den Wannebach, wo ihn der Brennmeister vom Stucken fand.
Er schleppte mit Unterstützung eines Knechtes den sinnlos betrunkenen und völlig durchnässten Land- streicher in das nahe Brennhaus, wo er ihn in unmittelbarer Nähe der beiden geöffneten Feuerklappen legte, damit seine Kleidung möglichst schnell trockne.
Als er nach geraumer Zeit endlich ernüchtert zu sich kam und die lodernde Glut erblickte, glaubte er sich in der Hölle. Voller Entsetzen schrie er:
"Gnädiger Herr, verschaun mi, ick was besoapn, as ich starw!"
(Gnädiger Herr, verschone mich, ich war besoffen, als ich starb.                                                                Am Hellufer