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1613 wird
ein verfallener Ziegelofen im kurfürstlichen Lagerbuch, als auf der
Platte Heide stehend, erwähnt. Nach dem Stadtbrand in Menden (Ostern
1663)
wird auf der Platte Heide eine neue Ziegelei eingerichtet. Zuerst baute
man ein Haus für den Ziegelmeister und seine Knechte. Etwa 15 m entfernt
entstanden der Teigelofen (Brandofen) und die Schüer oder der Panneschuppen
als Trockengebäude. Gert Mörchen wurde zum Meister der neuen
Ziegelei bestellt.
1860 wurde
Haus und Grundbesitz von Heinrich Kempfer (Kempfers Hof) erworben. Er nahm
um 1870 die Ziegelproduktion wieder auf. Mit seinem Sohn Heinrich
Kempfer jun. holte er die in der Anlage hergestellten Steine und Pfannen
bis 1903 aus dem Brennofen. Nach dem 1. Weltkrieg hat Heinrich Kempfer
nochmals Ziegel gebrannt, bis er 1921 endgültig Schluß
machte.
1776 entstand
im Winkel zwischen der heutigen Bismarck- und Gertrud-Bäumer-Straße
Kempfers Hof, das wohl älteste bäuerliche Anwesen auf der Platte
Heide. Er existiert heute nicht mehr.
Urkundlich nicht
zu belegen ist das Baujahr von Niederstadts Hof am Stucken. Das Alter dürfte
mit 250 Jahren aber nicht zu hoch geschätzt sein. Bis zum 31.12.1974
gehörte das bäuerliche Anwesen zu Ostsümmern.
1812 erblickte
hier Fritz Niederstadt das Licht der Welt. Er war der Urgrossvater von
Fritz Niederstadt, der 1998 verstarb. Der bäuerliche Betrieb
war mit einer um 1840 eröffneten Branntweinbrennerei gekoppelt,
die aus kriegsbedingten Gründen 1915 geschlossen wurde.
1918 ersuchte
Karl Niederstadt das "Königliche Hauptzollamt" in Iserlohn, die versiegelten
Verschlüsse an den Maschinen zu entfernen, da er die Brennerei endgültig
aufgab. Der erst 1910 aufgebaute 22m hohe Schornstein wurde 1948
abgebrochen und mit dem Material eine Schmiede in Sümmern errichtet.
Einen interessanten
Fund machte man beim Abbruch. Im Fundament fand man, in einer stabilen
Kiste gelagert, 10 Flaschen "Niederstadts Kornbranntwein" von sehr guter
Qualität, wie Kenner behaupteten.
Bis zum 31.12.1974
gehörte das bäuerliche Anwesen zu Sümmern. Durch die Gebietsreform
kam Ostsümmern und damit auch der Stucken zu Menden. Aufgrund getroffener
Abmachungen besuchten die evangelischen Besitzer aber schon immer den hiesigen
Gottesdienst, obwohl sie kirchlich nach Iserlohn gehörten. Auch ihre
Kinder wurden in Menden eingeschult.
Schon
1916
trat die Stadt Menden der Siedlungsgesellschaft "Rote Erde" bei und stellte
ein Gelände von 150 Morgen bereit. 1918 wurde dann ein Plan
zur Bebauung des Geländes entwickelt, aber erst im Juni
1932
wurde mit dem Bau der ersten 28 Häuser an der Feldherrnstrasse (heute
Lerchenstrasse) begonnen. 2 Haustypen werden erbaut. Ein kleiner mit ca.
45 m2 Wohnfläche und ein größerer mit ca. 60 m2 Wohnfläche
für kinderreiche Familien. Dazu Flur, Stall und Toilette. Sie konnten
im April 1933 bezogen werden. Nach heutigen Maßstäben
keine paradiesischen Zustände. Mancher der Siedler hatte dafür
in der Stadt eine bessere Wohnung aufgegeben. Aber hier war es Eigentum
- Haus, Hof und Garten.
Der erste Schritt
zum heutigen Stadtteil Platte Heide war getan.
1933 entstehen
14 weitere Häuser am Manöverweg. Wie bei der Feldherrnstrasse
sind auch hier alle gehalten selbst anzupacken. 1934 werden weitere
27 Siedlerstellen am Fasanenweg und der Hermann-Löns-Straße
in Angriff genommen.
1935 wohnen
bereits 69 Familien in den Häusern auf der Platte Heide. Die Trägerschaft
für das neue Reichs- heimstättengebiet ist auf die Westfälische
Heimstätte GmbH, Dortmund übergegangen. 1936 gehts
es mit dem Bau von 28 Stellen am Manöver- und Fasanenweg weiter. In
den folgenden Jahren bis
1939 entstehen weitere 47 Siedlerstellen
am Manöverweg, der Hermann-Löns-Strasse und am Wolfspfad. Bei
Kriegsbeginn wohnen 144 Siedlerfamilien, mit vielen, vielen Kindern (ca.
850 Personen) auf der Platte Heide.
1936 wird die neuerbaute Kaserne
an der Bismarkstraße vom Flak-Regiment 24 mit 5. Batterien belegt.
Der Beginn des 2.
Weltkrieges (1939) unterbricht den gesamten Siedlungsbau. |
| Richtfest 1932
an der Feld- herrnstraße (Lerchenstrasse). |
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| "Hof Kissmer"
am Manöverweg. Heute Gaststätte "Zum Wannebach". |
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| Ausbildung in
der Flakkaser- ne 1939. |
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| Städttisches
Ziegelmeister- haus. Heute steht an seiner Stelle das katholische Pfarr-
haus am Pastor-Fischer-Weg. |
| Schreiben von
Karl Nieder- stadt an das königliche Hauptzollamt in Iserlohn vom
20. Juli 1918. |
| Seite aus dem
Lieferbuch der Korn-Branntwein-Brennerei des Karl Niederstadt vom August
1914. |
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